Public-Private-Partnerships zur Unterstützung der Digitalisierung im Gesundheitswesen

Public-Private-Partnerships zur Unterstützung der Digitalisierung im Gesundheitswesen

Von |2019-10-02T08:27:35+02:00Oktober 2nd, 2019|DGG-News, E-Health-Beiträge|0 Kommentare

Am 5. September fand in Kopenhagen in Dänemark ein Roundtable vom „Global Clinical + Care Coordination Forum“ (GCCCF) statt. Im Rahmen der Veranstaltung diskutierten Akteure aus Gesundheitsorganisationen, der Wissenschaft, aus der Politik und Industrie, Entscheidungsträger und vor allem die Leistungserbringer inwiefern öffentlich-private Partnerschaften („Public-Private-Partnerships [PPP]“) bei der Bewältigung der Herausforderungen des Gesundheitswesens unterstützen können. GCCCF organisiert regelmäßig Veranstaltungen in Städten wie Warschau, London oder Hamburg, die wichtige Akteure zusammenbringen, um eine ganzheitliche Sichtweise auf die aktuelle Gesundheitsversorgung zu bieten und gemeinsam potentielle Lösungswege zu entwickeln.

Bernd Altpeter, Geschäftsführer der Digitalen Gesundheitsgruppe (DGG), erörterte in einem der Vorträge, inwieweit Public-Private-Partnerships bei der Umsetzung von digitalen Lösungen unterstützen können. Hintergrund sind die Herausforderungen, aber auch die Stärken, vor denen der öffentliche und private Sektor jeweils stehen: Dem öffentlichen Sektor fehlt es häufig an Innovationskraft und Flexibilität, wohingegen er durch regelmäßige Ausgaben eine Finanzierung bieten kann und auch Zugang zu Patienten und Leistungserbringern hat. Der private Sektor profitiert von flexiblen Strukturen, der Schnelligkeit u.a. durch die Wettbewerbsstrukturen und der eigenen Innovationskraft. Schwierigkeiten bestehen vor allem hinsichtlich der unterschiedlichen Interessen der Stakeholder, der Finanzierungsschwierigkeiten und der fehlenden Zugänge zu Ärzten und Patienten. Allein mit Blick auf diese Stärken und Schwächen ist es naheliegend, dass die beiden Sektoren voneinander profitieren.

Ein konkretes Beispiel, wie die beiden Sektoren profitieren können, ist die Anwendung der Disease-Management-Plattform „TeLiPro“ bei einer Krankenhausschließung: Aufgrund einer Krankenhausschließung hat eine kleinere Stadt Probleme bei der Versorgung seiner Einwohner, u.a. durch das Fehlen von medizinischen Fachgebieten, die zuvor durch das Krankenhaus abgedeckt waren. TeLiPro ist eine Plattform, die von der DGG entwickelt wurde und durch die verschiedene Akteure über eine zentrale, digitale Patientenakte auf die aktuellen Daten von Patienten zugreifen können. Durch Funktionen wie das Versenden von Nachrichten an den Patienten oder zwischen verschiedenen Fachärzten, die Videotelefonie, hinterlegte Behandlungspfade oder auch die Möglichkeit zum Hochladen von Dokumenten, wird die Vernetzung der Akteure gestärkt und die telemedizinische Betreuung von Patienten ermöglicht. Der private Sektor bietet folglich die IT-Infrastruktur, um die Versorgung weiterhin stabil zu halten oder zu optimieren. Der öffentliche Sektor errichtet im Zuge dessen ein Ärztehaus, in dem die wichtigsten Fachrichtungen vorhanden sind, ebenso ein Servicetelefon, über das der Einwohner u.a. grundlegende medizinische Situationen anfragen (z.B. Einschätzen von Notfallsituationen), technische Unterstützung einholen und Terminvereinbarungen treffen kann.

TeLiPro ist ein gelungenes Beispiel, wie der öffentliche und private Sektor im Rahmen von Public-Private-Partnerships voneinander profitieren können und die Digitalisierung so vorangetrieben werden kann.