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„Mein ganzes Leben hat sich verändert“

 

 Berendes

 

Interview mit Diabetes-Patient Elmar Berendes (52) aus München

 

Herr Berendes, wie haben Sie erfahren, dass Sie an Diabetes erkrankt sind?

Das war 2000. Ich hatte damals einen unbändigen Durst und musste ständig zur Toilette. Mein Hausarzt vermutete zunächst Diabetes Typ 1. Doch nach der Untersuchung stellte sich heraus, dass ich Diabetes Typ 2 hatte. Er gab mir eine Überweisung zum Diabetologen, der mir aufgrund meiner sehr schlechten Werte dann eine intensive Insulintherapie in Kombination mit dem Antidiabetikum Metformin verordnete. Das Metformin vertrug ich allerdings überhaupt nicht, sodass ich es weglassen musste.

 

Wie sah Ihre Therapie genau aus?

Ich bekam Humalog Insulin von Lilly für den Tag und Humalog Basal für die Nacht. Die Dosierung lag bei 20 bis 25 Einheiten für fünf Broteinheiten morgens, mittags und abends.

 

Hat sich Ihr Gesundheitszustand durch die Therapie verbessert?

Mir hat keiner gesagt, dass man sich bei einer Insulintherapie anders ernähren soll. Deshalb legte ich in den folgenden Jahren deutlich an Gewicht zu. Zu Beginn wog ich 110 Kilogramm, nach zwei Jahren schon fast 140 Kilogramm bei einer Körpergröße von 1,86 Metern. Meine Werte verschlechterten sich immer weiter, woraufhin mein Arzt mir neue Medikamente, darunter das neue Medikament Forxiga, verschrieb. Dadurch verbesserten sich zwar meine Blutzuckerwerte, aber ich nahm weiter zu. Als ich meinen Arzt darauf ansprach, sagte er mir, dass er mir nichts anderes als die Insulintherapie anbieten könnte und dass wir möglicherweise noch andere Medikamente ausprobieren sollten. Aber ich wollte ja nicht ständig neue Pillen schlucken, sondern grundlegend etwas ändern.

 

Wie haben Sie damals gelebt?

Ich war ein großer Pizza-Fan und häufig bei McDonald’s essen. Mit Salat oder Gemüse hätte man mich jagen können. Außerdem habe ich gar keinen Sport gemacht.

 

Wie haben Sie dann von den Gesundheitscoachings des DITG erfahren?

Ich habe eines Tages, irgendwann Anfang 2013, in einer Apothekenzeitschrift davon gelesen, dass dieses Institut in Düsseldorf Diabetes-Patienten für eine Studie sucht, und daraufhin habe ich mich beworben. Mein Arzt war skeptisch und sagte, ich sollte mir nicht zu viel davon versprechen. Diese Form der Therapie wäre etwas ganz Neues, aber ich hätte im Prinzip ja nichts zu verlieren.

 

Wie gestaltete sich das Gesundheitscoaching des DITG?

Zunächst bekam ich Unterlagen zugeschickt, die mein Arzt für mich ausfüllen musste. Daraufhin wurde ich in Düsseldorf als Studienteilnehmer erfasst und bekam ein Blutzuckermessgerät, eine Waage, einen Schrittzähler und einen Internet Dongle zur automatischen Datenübertragung zugeschickt. In einem extra Paket kam noch ein Pülverchen für eine Formuladiät. Meine persönliche Betreuerin vom DITG, Ursula Brix, rief mich an, um mir die Anwendung aller Geräte zu erklären und mit mir über meinen Lebenswandel zu sprechen. Außerdem bekam ich psychologische und medizinische Fragebogen zugeschickt, in denen beispielsweise auch nach meinem Umfeld und meinen täglichen Gewohnheiten gefragt wurde.

 

Wie haben Sie diese Betreuung über Internet und Telefon erlebt?

Es besteht schon ein gewisser Druck zur Veränderung, wenn man all diese Geräte täglich nutzt und weiß, dass jemand anderes auch ein Auge darauf hat. Anfangs hatte ich beispielsweise nur etwa tausend Schritte auf meinem Schrittzähler, was sehr wenig ist. Deshalb habe ich mich bemüht, jeden Tag etwas mehr zu schaffen. Außerdem probierte ich es mit der Formuladiät, die mir allerdings zu Beginn überhaupt nicht schmeckte. Frau Brix gab mir den Tipp, etwas Vanillegeschmack in die Drinks einzurühren, was die ganze Sache dann erträglich machte. Dennoch hat es fast ein halbes Jahr gedauert, bis ich mich damit angefreundet habe. So habe ich aber den Einstieg in die Gewichtsreduktion geschafft. Aber langfristig ging es natürlich darum, sich generell anders zu ernähren. Ich musste erst lernen, dass auch Salat gut schmecken kann, wenn man ihn abwechslungsreich zubereitet. Kontinuierlich sank schließlich mein Gewicht, und auch meine Werte, speziell mein Langzeit-Blutzuckerwert, verbesserten sich, sodass ich weniger Insulin brauchte.

 

Wie oft werden Sie angerufen und wie sieht so ein Gespräch mit ihrer Betreuerin aus?

Ganz am Anfang hat Frau Brix mich jede Woche angerufen, mich gefragt wie es mir geht und wie ich mit meiner Therapie zurecht komme. Später kamen die Anrufe im monatlichem Rhythmus, und jetzt sprechen wir etwa einmal im Vierteljahr mit einander. Ich berichte ihr dann davon, wie oft ich Sport treibe, was ich esse, und sie macht mir Vorschläge, wie ich mich noch weiter verbessern kann. Manches ist allerdings nichts für mich: Eine „grüne Diät“, bei der man nur grüne Lebensmittel essen sollte, habe ich ganz schnell wieder sein gelassen.

 

Wie leben Sie heute?

Ich gehe mindestens dreimal pro Woche zum Fitnesstraining und esse oft und mit Freude Salat. Mein Gewicht liegt aktuell bei etwa 90 Kilogramm. Vor einiger Zeit war es sogar noch etwas weniger. Wenn Freunde und Familie mich zum Zugreifen bei Tisch überreden wollen, habe ich jetzt immer das Argument, dass ich an der DITG-Diabetes-Studie teilnehme und mich streng an meinen Plan halten muss. Damit hält man sich auch wohlmeinende Ratschläge vom Leib. Ausnahmen müssen allerdings auch manchmal sein: Während des Oktoberfests oder auch zu Weihnachten lasse ich – sehr zum Ärger von Frau Brix – die Messgeräte weg und genieße einfach. Einmal hatte sie danach mit Überraschung festgestellt, dass ich während der Wiesn sogar abgenommen hatte. Wenn man zwischen den Bieren viel tanzt, geht auch das!

 

Welche Medikamente nehmen Sie aktuell?

Ich habe das Forxiga und das Insulin für die Nacht ganz weglassen können. Aktuell brauche ich noch etwa neun Einheiten Insulin für fünf Broteinheiten. Im Gegensatz zu früher hat sich mein Bedarf also ganz enorm reduziert.

 

Hat sich Ihre Lebensqualität durch das Programm verändert?

Ja, sicher! Ich schleppe heute nicht mehr 40 Kilo überschüssiges Gewicht mit mir herum, bin viel fitter und komme nicht mehr so schnell aus der Puste. Früher musste ich froh sein, wenn mir in den Geschäften irgendetwas passte. Jetzt habe ich auch bei Kleidung viel mehr Auswahl. Manchmal erkennen mich Menschen, die mich von früher kennen, auf der Straße gar nicht mehr wieder, weil ich so stark abgenommen habe. All das stärkt das Selbstbewusstsein natürlich enorm. Ohne das DITG mit den regelmäßigen Kontrollen und den Druck, mein Leben wirklich grundlegend zu verändern, hätte ich das nicht geschafft.

 

Was hat ihr Arzt zu Ihrer Veränderung gesagt?

Mein Arzt war sehr überrascht, wie gut das Programm bei mir funktioniert hat. Er hätte das im Vorfeld nie für möglich gehalten. Deshalb hat er sich von mir jetzt die Kontaktdaten vom DITG geben lassen, weil er das Coaching gern seinen Patienten weiterempfehlen möchte.